Die Ortschaft St. Vigil befindet sich im reizenden Seitental des Gadertals,
auf 1201 Höhenmetern, weit weg vom Durchzugsverkehr, da es sich um ein geschlossenes Tal handelt.
Aus diesem Grund haben sich die Rätoromanen während der Zeit des Einfalls der Römer (ca. 33 nach Christus – Marebbe stammt von "Marubium") in diese Täler zurückgezogen und
haben ihre Sprache hinterlassen: die Ladinische Sprache, die Teil unseres kulturellen Gutes ist und vom Aussterben beschützt und bewahrt wird.
Abgesehen von der Sprache, besitzt die Ladinische Bevölkerung unzählige Traditionen und Bräuche, die von Generation zu Generation übertragen werden und die den Besuchern
das ganze Jahr über näher gebracht werden, vor allem während der Weihnachtszeit und im Sommer (Blumenfest, Ortsfest, Almabtrieb). Ein Teil der Bevölkerung widmet sich mit
Hingabe der Landwirtschaft, die dem modernen Tourismuszentrum als Rahmen dient.
Das zunächst etwas enge Tal – nach dem gleichnamigen Fluss Rudo benannt, der fröhlich durch die grüne Landschaft fließt - begrüßt den Besucher dann in einem weiten Becken,
wo das idyllische Dorf St. Vigil angesiedelt ist, ein typisches
Bergdorf umgeben von grün schillernden Almen, ruhigen Wasserspiegeln, herrlichen Pinienwäldern und malerische Dörfer namens "viles".
Der Ort, in Ladinisch "Al Plan" (was "ebene Fläche" bedeutet), mit seinen 1500 Einwohnern erstreckt sich in Länge und Breite und gibt dem Besucher das Gefühl von Raum,
Freiheit und Leichtigkeit. Charakteristisch ist die urbane Struktur der Bergdörfer - wie in St. Vigil – mit der Pfarrkirche im Zentrum, um die die Häuser der Dorfbewohner
gebaut wurden und die das historische Ortszentrum bilden, welches noch immer aus Häusern der damaligen Zeit besteht und die restauriert und im Laufe der Zeit erhalten
geblieben sind.
Die Pfarrkirche ist ein wahres Juwel barocker Architektur, die vom ladinischen Meister Giuseppe Costa entworfen und im Jahre 1792 eingeweiht wurde. Im Inneren kann man die
Fresken des berühmten Malers Matthäus Günther bestaunen.
Selbst die Statue von Catarina Lanz ist Teil des historischen Kontextes des Orts. Das junge Mädchen, in Al Plan de Mareo geboren, wurde aufgrund Ihres Kampfes gegen die
französischen Truppen Napoleons im Jahre 1797 in einem Dorf namens Spines, in der Nähe von Brixen,eine wahre Heldin.